Selbstbehalt Krankenkasse

Die folgende Auflistung zeigt den Selbstbehalt Krankenkasse.

  • Minderjährige und Schwangere zahlen ausschließlich für Zahnersatz und Fahrtkosten.
  • Für alle anderen GKV-Versicherten beträgt der Selbstbehalt bei folgenden Leistungen…

a) jeweils 10% der Kosten (pro Tag oder pro Anwendung), jedoch mindestens 5 und maximal 10 €:

  • Verschreibungspflichtige Arznei- und Verbandmittel
  • Hilfsmittel
  • Fahrkosten (Ambulante und stationäre Krankentransporte, Rettungsfahrten)
  • Haushaltshilfe
  • Soziotherapie

b) 10 € pro Tag:

  • ambulante oder stationäre Rehabilitation
  • Medizinische Vorsorge und Rehabilitation für Mütter und Väter
  • Stationäre Vorsorge

c) 10 € pro Tag an maximal 28 Tagen pro Kalenderjahr:

  • Stationäre Behandlung (Krankenhaus)
  • Anschlussrehabilitation

Einzelfälle:

  • Häusliche Krankenpflege: 10 € pro Tag an maximal 28 Tagen pro Kalenderjahr und 10 € pro Verordnung
  • Heilmittel: 10% der Kosten des Mittels und 10 € je Verordnung
  • Zahnersatz: Zuzahlung etwa 35-50% der Kosten der Regelversorgung (abhängig von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen der letzten 5 und 10 Jahre) und etwaige darüber hinausgehende Kosten für eine höherwertige Versorgungsform; bei „finanziell unzumutbarer Belastung“ gilt die überforderungsklausel (doppelter Festzuschuss)

Wenn die Belastungsgrenze von 2% des Familienbruttoeinkommens (abzüglich der Freibeträge pro Haushalts- und Familienmitglied) erreicht ist, wird auf Antrag ein Befreiungsschein für das restliche Kalenderjahr ausgestellt. Für chronisch Kranke liegt die Belastungsgrenze schon bei 1% des (Feststellung nach umfangreichen Kriterien). Für Sozialhilfeempfänger wird für die Berechnung der Belastungsgrenze ein Regelsatz von 347 € pro Monat angenommen.

Wichtige Leistungsunterschiede zwischen  GKV und PKV

Selbstbehalt Krankenkasse als Steuerinstument

Selbstbehalt Krankenkasse als SteuerinstumentDie Selbstbehalte bei den Krankenkasse können jederzeit durch den Gesetzgeber geändert oder angepasst werden. Der Selbstbehalt Krankenkasse ist ein Steuerinstrument des Gesetzgebers, um auf die Besuche und Behandlungen bei Ärzten einen Einfluss zu nehmen. Setzt man die Selbstbehalte bei den Arztbesuchen höher an, z.B. durch eine Quartalsgebühr, gehen weniger Menschen zum Arzt.

Auch das Streichen von Leistungen ist ein Instrument, um Kosten zu reduzieren. Beispiele hierfür sind die sehr stark reduzierten Leistungen bei Zahnersatz. Dieses wird vor allem die heute über Fünfzigjährigen betreffen. Eine substanzielle Zahnerhaltung funktioniert leider nur dann, wenn die Substanz der Zähne gut ist. Früher wurde aber lieber großflächig gebohrt und damit wertvolle Zahnsubstanz zerstört. Zudem kam noch die schlechte zucker- bzw. kohlenhydratreiche Nahrung hinzu, die die Zähne angriff.

Die größte Einschränkung des Gesetzgebers bleibt jedoch die Budgetierung. Jeder bekommt eben nicht alles, da es nicht bezahlbar ist. Man sieht das ganz einfach daran, dass die ärztliche Versorgung zum Ende der Quartale eingeschränkt wird in dem viele Ärzte die Praxen schließen und auf Vertretung verweisen.

Der Selbstbehalt Krankenkasse, die Budgetvorgaben für die Ärzte und der Leistungskatalog sind die gesetzlichen Möglichkeiten das Gesundheitssystem anzupassen. Gesundheitserhaltung ist das Schlüsselwort der Zukunft für unsere Gesellschaft.